Verbandkasten oder Verbandskasten ? wie heißt es richtig?

Verbandkasten

Ein Verbandkasten oder eine Verbandtasche enthält alle wichtigen Utensilien, die für eine Erstversorgung nach einem Unfall benötigt werden. Der Inhalt wird nach verschiedenen DIN-Normen für die unterschiedlichen Einsatzzwecke genau festgelegt. Doch heißt es nun eigentlich Verband- oder Verbandskasten? Hier treffen Umgangssprache und Fachsprache aufeinander. Laut StVO und DIN heißt es Verbandkasten ohne dem ?s?. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird jedoch das Fugen-s häufig eingeschoben, dies ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass dank des zusätzlichen ?s? die Aussprache erleichtert wird. Laut dem Duden sind beide Schreibvarianten zulässig.

Wo braucht man überall einen Verbandkasten?


Um zu beantworten, wo überall ein Verbandkasten vorrätig sein sollte, kann man zunächst zwischen der gesetzlich vorgeschriebenen und der freiwilligen Anschaffung unterscheiden. Verpflichtend ist ein Verbandkasten beispielsweise für Betriebe, öffentliche Einrichtungen und bei dem Führen eines Kfz. Hier gelten auch die verschiedenen DIN-Normen. DIN 13157 regelt den Inhalt der Verbandkästen für Betriebe bis zu 50 Mitarbeiter, Baustellen, Schulen und Tageseinrichtungen für Kinder. Die DIN-Norm 13169 gilt für Betriebe über 50 Mitarbeiter und größere Baustellen. In der Regel sind die gleichen Utensilien vorgeschrieben, lediglich die Menge wird dem gegebenenfalls größeren Bedarf angepasst. Darüber hinaus muss jedes Kfz einen Verbandkasten mit sich führen, der der DIN 13164 entspricht. Bei allgemeinen Verkehrskontrollen kann es zu einer Überprüfung des Verbandkastens kommen.
Selbstverständlich macht es Sinn auch freiwillig einen Verbandkasten mit sich zu führen. Beispielsweise ist es für Motorradfahrer gesetzlich nicht vorgesehen, dass sie ein Erste-Hilfe Set im Motorrad verstauen. Doch kann auch ein Motorradfahrer zum Ersthelfer an einem Unfall werden, ein gut geführter Verbandkasten stellt hier eine große Hilfe dar. Ähnlich sieht die Situation bei Fahrradfahrern aus. Speziell für Fahrradfahrer gibt es kleine Verbandtaschen, die leichter mitzunehmen sind als ein großer Verbandkasten. Auch für zu Hause ist ein eigener Verbandkasten sinnvoll, schließlich passieren hier ebenfalls schnell mal Unfälle, die gut versorgt werden müssen.

Pflege und Wartung von Verbandkästen


Damit ein Verbandkasten im Falle eines Unfalls auch nützt, muss er vollständig und intakt sein. Deswegen gilt es entnommene Artikel aufzufüllen und abgelaufene zu ersetzen. Oft wird die Frage gestellt, was denn bei Verbandsmaterial überhaupt ablaufen kann. Hier sind vor allem sterile Verbände und Einweghandschuhe zu nennen. Um deren hundertprozentigen Schutz zu gewährleisten, dürfen das Material und deren Verpackung nicht zu alt sein. Auch bei Pflastern kann mit der Zeit die Klebewirkung nachlassen. Werden abgelaufene Artikel ausgetauscht müssen diese jedoch nicht gleich entsorgt werden. Viele Erste-Hilfe Kurse freuen sich über Übungs- und Demonstrationsmaterial und manche Utensilien eignen sich auch noch für die Kleinwundversorgung für zu Hause. Um das Austauschen und Nachfüllen der Verbandkästen zu erleichtern, gibt es spezielle Nachfüllsets, denn nur selten muss gleich der gesamte Inhalt erneuert werden.

Verbandkoffer mit branchentypischer Zusatzaustattung


Ein Verbandkasten beinhalten üblicherweise zur Erstversorgung von Wunden diverse Verbandmaterialien wie Kompressen, Fixierbinden, Vliestücher und Pflasterstrips. Kältesofortkompressen, Rettungsdecke, Vinylhandschuhe, Kleiderschere und Dreiecktuch sollten in den Verbandkästen ebenfalls immer vorhanden sein. Für Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen kann eine Zusatzaustattung sinnvoll sein. So kann ein individuelles Risikoprofil beispielsweise für Elektrotechnik, Labore oder Metallhandwerk abgedeckt werden.

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