Wildwechsel im Herbst

Verkehrszeichen_Wildwechsel_14220111Jährlich ereignen sich in Deutschland zwischen 200.000 und 250.000 Wildunfälle, bei denen 2.600 Verkehrsteilnehmer verletzt werden und 20 Menschen ums Leben kommen.

Erhöhte Gefahr in den Herbstmonaten

Gerade während der unbeständigen Herbstmonate September bis November steigt die Zahl der Wildunfälle an, da sich die Aktivität der Wildtiere bei der Futtersuche erhöht und daher vermehrt Wildwechsel auftreten.

Vor allem in der Dämmerung, die ohnehin mit schwierigen Sichtverhältnissen für Kraftfahrer verbunden ist, sind Wildtiere verstärkt unterwegs, so dass sich die meisten Unfälle am frühen Morgen und am Abend ereignen. Nimmt das Tageslicht jahreszeitlich bedingt ab, werden Wildtiere in den Morgenstunden etwas später und abends frühzeitiger aktiv. Besonders häufige Wildwechsel sind in gemischten Feld- und Waldgebieten zu beobachten, wenn sich das Wild nach der Äsung wieder in den Wald zurückzieht. Zumeist erscheinen nicht einzelne Tiere: Oft folgen mehrere Wildtiere aufeinander. Unvorhersehbar ist zudem das Verhalten von Hirschen und Wildschweinen in der im Herbst beginnenden Paarungszeit.

Regeln bei Fahrten durch gekennzeichnete Gefahrenzonen „Wildwechsel“

Auf besondere Gefahrenstellen für Wildunfälle weist das Gefahrenzeichen 142 „Wildwechsel“ hin, das in Anlage 1 zu § 40 Absatz 6 der Straßenverkehrsordnung aufgeführt ist. Wildwechsel-Schilder sollten unbedingt beachtet werden und zu einer Verringerung der Fahrtgeschwindigkeit veranlassen. Die Sicherheitsabstände zu vorausfahrenden Fahrzeugen sowie zum Fahrbahnrand, der stets zu beobachten ist, sind zu vergrößern. Bereits Geschwindigkeiten von 80 km/h erweisen sich bei plötzlich erscheinendem Wild gewöhnlich als zu hoch, um einen Unfall noch vermeiden zu können. Ab dieser Geschwindigkeit ist ein Zusammenstoß mit einem Reh für die Insassen eines Kraftfahrzeugs lebensgefährlich, wenn das Wildtier durch den Aufprall z. B. in das Fahrzeuginnere geschleudert wird. Schon bei einer Fahrtgeschwindigkeit von 50 km/h bewirkt ein nur 20 Kilogramm schweres Reh ein Aufprallgewicht von fast einer halben Tonne.

Verhalten bei einem Wildunfall

Bei einem Zusammenstoß mit einem Wildtier ist ein unkontrolliertes Ausweichen zu vermeiden, um nicht in den Gegenverkehr zu geraten oder gegen einen Baum zu prallen. Vielmehr sollte sofort gebremst und ggf. abgeblendet und gehupt werden. Allerdings darf der Bremsvorgang ein eventuell nachfolgendes Fahrzeug nicht gefährden.

Was ist nach einer Kollision mit einem Wildtier zu tun?

Nach einer Kollision mit einem Wildtier ist die Unfallstelle durch Einschalten der Warnblinkanlage und Aufstellen eines Warndreiecks abzusichern. Das Anlegen einer Warnweste verbessert den Eigenschutz. Da verletzte Wildschweine äußerst gefährlich sind, darf das Kraftfahrzeug nach dem Anfahren eines Wildschweins nicht verlassen werden. Ein totes Wildtier ist von der Straße zu entfernen, um Gefährdungen für den Nachfolgeverkehr auszuschließen. Dabei sollte das Tier nur mit Lappen oder Handschuhen angefasst werden, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden. Jeder Wildunfall ist nicht nur deshalb bei der Polizei zu melden, um die zur Vorlage bei der Kfz-Versicherung erforderliche schriftliche Unfallbestätigung zu erhalten: Wer ein Wildtier ohne Benachrichtigung von Polizei oder Forstamt am Straßenrand ablegt, verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Eine Meldung ist auch dann erforderlich, wenn ein durch die Kollision verletztes Tier noch fliehen kann. In diesem Fall sollte der Kraftfahrer die Unfallstelle markieren und sich die Fluchtrichtung einprägen, um die spätere Suche nach dem Wildtier zu erleichtern. Das Mitnehmen eines getöteten Wildtieres erfüllt hingegen den Straftatbestand der Wilderei.

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